Shobha Shalini, Indien
Shobha Shalini, Indien
- Alter: 60
- Herkunftsland: Indien
- Seit wann in Mittelfranken: September 2003
- Wohnort: Nürnberg
- Beruf: Selbstständig – Shalini Living, Immobilien- und WG Management,
Wie bist du nach Deutschland bzw. Mittelfranken gekommen?
Ich bin 2003 durch die Liebe nach Deutschland gekommen. Ich hatte meinen Mann in Bangalore kennengelernt. Er stammte ebenfalls aus Bangalore, war aber bereits deutscher Staatsbürger und lebte und arbeitete in Nürnberg.
Nach unserer Hochzeit bin ich zu ihm nach Nürnberg gezogen. Für mich begann damit ein völlig neuer Lebensabschnitt. Schon während meines Studiums in Mumbai hatte ich Deutsch angefangen zum lernen. Nach meiner Ankunft begann ich wieder intensiv mit der Sprache und konzentrierte mich zunächst darauf, mein Deutsch zu verbessern und mich in meiner neuen Umgebung zurechtfinden und ein Teil davon werden.
Was hat dir bei deiner Ankunft in Mittelfranken geholfen? Was hat dir gefehlt?
Mir hat vor allem meine Offenheit geholfen. Ich war neugierig auf das neue Land und wollte die Sprache lernen und die Menschen und ihre Lebensweise verstehen. Deshalb habe ich mich sehr darauf konzentriert, mein Deutsch zu verbessern, neue Menschen kennenzulernen und mich in meiner neuen Umgebung zurechtzufinden.
Mein Mann und ich haben außerdem viel gemeinsam unternommen und sind viel gereist. Dadurch konnte ich Deutschland und Europa Schritt für Schritt kennenlernen.
Was mir besonders gefehlt hat, waren meine Familie und meine engen Freunde in Indien. Durch die große Entfernung wurde es schwieriger, den Kontakt zu halten, und mit manchen Freunden habe ich leider den regelmäßigen Kontakt verloren. Gleichzeitig hat mir Deutschland viele neue Erfahrungen und eine ganz andere Sicht auf die Welt ermöglicht – und mich als Mensch sehr weiterentwickelt.
Warum bist du in Mittelfranken geblieben?
Der entscheidende Moment kam für mich 2016. Nach dem Tod meines Mannes war ich für einige Monate in Indien. In dieser Zeit habe ich den Himmel um ein Zeichen gebeten, wo ich leben soll.
Auf meinem Rückflug von Amsterdam nach Nürnberg passierte etwas, das ich bis heute nicht vergessen habe: Als die Räder des Flugzeugs die Nürnberger Landebahn berührten, sprang mein Herz vor Freude. In diesem Augenblick wusste ich einfach: Hier gehöre ich hin.
Seitdem ist Nürnberg für mich nicht nur der Ort, an dem ich lebe. Nürnberg ist mein Zuhause.
Was wünschst Du Dir für die Zukunft?
Ich wünsche mir, weiterhin neugierig zu bleiben, Neues zu lernen und Menschen miteinander zu verbinden. Besonders wichtig ist mir der Austausch zwischen verschiedenen Kulturen.
Ich möchte meine Erfahrungen weitergeben, meine eigene Kultur lebendig halten und gleichzeitig offen für andere Kulturen bleiben. Dazu engagiere ich mich im Verein „Malayali Samajam Nürnberg e.V.“, den ich 2015 gemeinsam mit einem engagierten Team mitgegründet habe (ww.malayali.de). Seit der Gründung bin ich aktiv und seit 2022 Präsidentin. Wir setzen uns dafür ein, die Kultur und Sprache Keralas lebendig zu halten, sie mit anderen zu teilen und gleichzeitig den kulturellen Austausch und das Miteinander in Nürnberg zu fördern.
Für die Zukunft wünsche ich mir eine Gesellschaft, in der Menschen mit unterschiedlichen Wurzeln nicht nur nebeneinander leben, sondern wirklich voneinander lernen. Und persönlich wünsche ich mir vor allem Gesundheit, innere Freiheit, Zufriedenheit und noch viele schöne Begegnungen.


